Trockene Augen: Ursachen, Symptome und was wirklich hilft
Grundlagen2. September 20266 Min. Lesezeit
Das trockene Auge ist eine der häufigsten Diagnosen in der Augenheilkunde – und eine der am häufigsten unterschätzten. Wer die Ursachen kennt, versteht, warum Augentropfen allein oft nicht ausreichen.
Medizinisch geprüft von dem augenärztlichen Team des Lux Augenzentrum, Zürich

Was das trockene Auge medizinisch bedeutet
Das trockene Auge (Sicca-Syndrom) ist eine Störung des Tränenfilms und der Augenoberfläche. Der Tränenfilm besteht aus einer wässrigen Phase, einer schützenden Lipidschicht aus den Meibom-Drüsen und einer Mucinschicht, die dem Film Haftung gibt. Gerät eine dieser Komponenten aus dem Gleichgewicht, wird die Oberfläche instabil.
Fachgesellschaften unterscheiden vereinfacht zwischen einem evaporativen trockenen Auge, bei dem die Tränenflüssigkeit zu schnell verdunstet, und einer verminderten Tränenproduktion. In der Praxis treten häufig Mischformen auf – deshalb ist eine differenzierte Abklärung entscheidend.
Typische Symptome, die Sie ernst nehmen sollten
Brennen, ein Sandkorn- oder Fremdkörpergefühl, müde Augen am Abend, Lichtempfindlichkeit, schwankendes Sehen und – paradoxerweise – tränende Augen gehören zu den häufigsten Beschwerden. Auch rote, verkrustete oder empfindliche Lidränder sind ein wichtiger Hinweis.
Beschwerden, die über Wochen bestehen, sich bei Bildschirmarbeit verstärken oder Ihre Kontaktlinsenverträglichkeit verändern, sollten augenärztlich abgeklärt werden.
Die häufigsten Ursachen im Überblick
Eine Funktionsstörung der Meibom-Drüsen (MGD) gilt als häufigster Treiber des evaporativen trockenen Auges. Dazu kommen Lidrandentzündungen, eine reduzierte Lidschlagfrequenz bei Bildschirmarbeit, hormonelle Veränderungen, bestimmte Medikamente wie Antihistaminika oder Betablocker, Autoimmunerkrankungen, Allergien sowie Klimafaktoren wie Klimaanlagen, Heizungsluft und trockene Höhenluft.
Auch frühere Augenoperationen, langjährige Kontaktlinsennutzung und dekorative Lidrandkosmetik können die Augenoberfläche belasten.
Warum Augentropfen allein oft nicht genügen
Tränenersatzmittel können Beschwerden zuverlässig lindern und sind ein wichtiger Teil der Basistherapie. Sie beseitigen jedoch nicht die Ursache: Sind die Meibom-Drüsen verstopft oder die Lidränder entzündet, bleibt der Tränenfilm instabil, sobald die Tropfen verdunstet sind.
Deshalb messen wir im Lux Dry Eye Center zuerst objektiv, welche Komponente betroffen ist – mit Meibographie, nicht-invasiver Aufrisszeit (NIBUT), Tränenmeniskushöhe, Lipidschicht- und Lidschlaganalyse.
Wie ein individueller Behandlungsplan entsteht
Aus Gespräch, Befund und Messwerten entsteht ein abgestuftes Konzept: Basistherapie und Lidrandpflege, gegebenenfalls entzündungshemmende Massnahmen und – bei geeigneter Indikation – lichtbasierte Verfahren wie OPE® IPL und LLLT® Photobiomodulation mit eye-light®.
Ob eine Lichttherapie für Sie infrage kommt, entscheidet immer die augenärztliche Beurteilung. Behandlungsergebnisse sind individuell und werden im Verlauf kontrolliert.
Diese Website dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche augenärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Behandlungsergebnisse sind individuell. Bei plötzlich auftretenden Schmerzen, Sehverschlechterung oder Verletzungen wenden Sie sich umgehend an eine medizinische Notfallstelle.
Weitere Beiträge
Alle Beiträge
Diagnose19. August 20265 Min. Lesezeit
Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MGD): die unterschätzte Hauptursache
Die Meibom-Drüsen liefern die Lipidschicht des Tränenfilms. Wie eine Dysfunktion entsteht – und wie sie sich objektiv darstellen lässt.
Beitrag lesen
Alltag5. August 20265 Min. Lesezeit
Trockene Augen bei Bildschirmarbeit: 8 Massnahmen für den Büroalltag
Am Bildschirm blinzeln wir deutlich seltener und unvollständiger. Acht praxistaugliche Massnahmen, die den Tränenfilm im Arbeitsalltag stabilisieren.
Beitrag lesen