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Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MGD): die unterschätzte Hauptursache

Diagnose19. August 20265 Min. Lesezeit

In den Lidern liegen je 25 bis 40 Meibom-Drüsen. Sie produzieren das Lipid, das den Tränenfilm vor zu schneller Verdunstung schützt. Ist ihre Funktion gestört, spricht man von einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion.

Medizinisch geprüft von dem augenärztlichen Team des Lux Augenzentrum, Zürich

Augenärztin untersucht Lidrand und Meibom-Drüsen einer Patientin mit der Spaltlampe
Die Beurteilung der Lidränder gehört zu jeder Trockene-Augen-Abklärung.

Die Aufgabe der Meibom-Drüsen

Bei jedem vollständigen Lidschluss pressen die Lider eine kleine Menge Meibum aus den Drüsenöffnungen am Lidrand. Dieses Sekret bildet die äusserste Schicht des Tränenfilms und verlangsamt die Verdunstung deutlich.

Fehlt diese Lipidschicht oder ist sie qualitativ verändert, reisst der Tränenfilm zwischen den Lidschlägen zu früh auf. Die Folge sind Brennen, schwankendes Sehen und eine reizempfindliche Oberfläche.

Wie eine Dysfunktion entsteht

Verdickt sich das Sekret oder verengen sich die Drüsengänge, stauen sich die Drüsen. Über Monate und Jahre können Drüsenabschnitte umgebaut werden oder verloren gehen – ein Prozess, der sich nicht vollständig rückgängig machen lässt.

Begünstigende Faktoren sind unter anderem seltener und unvollständiger Lidschlag, Lidrandentzündungen, Rosazea, hormonelle Einflüsse und eine gestörte Lidrandhygiene.

Meibographie: Drüsenstruktur sichtbar machen

Mit der Infrarot-Meibographie des Topcon TERA Dry Eye Imager stellen wir die Drüsenstruktur im umgeklappten Lid berührungslos dar. Auf dem Bild lassen sich Verkürzungen, Ausdünnungen und Drüsenverluste beurteilen und standardisiert dokumentieren.

Ergänzend erfassen wir NIBUT, Tränenmeniskushöhe, Lipidschichtdynamik und Lidschlagqualität. Erst dieses Gesamtbild erlaubt eine belastbare Einordnung.

Was bei MGD therapeutisch sinnvoll ist

Grundlage sind konsequente Lidrandpflege, Wärmeanwendung und eine an den Befund angepasste Basistherapie. Reicht das nicht aus, kommen bei passender Indikation lichtbasierte Verfahren wie OPE® IPL in Betracht, die auf die Prozesse im Lidrandbereich einwirken sollen.

Weil Drüsenverluste bleibend sind, gilt: Je früher eine MGD erkannt wird, desto mehr Struktur lässt sich erhalten.

Diese Website dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche augenärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Behandlungsergebnisse sind individuell. Bei plötzlich auftretenden Schmerzen, Sehverschlechterung oder Verletzungen wenden Sie sich umgehend an eine medizinische Notfallstelle.

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